Dienstag, 4. Dezember 2012

Pflanzliche Lebensmittelfarbe

Hier nun ein kleiner Exkurs zum Thema Lebensmittelfarbe.

Da das Auge ja bekanntlich mit isst, macht ein wenig Farbe gerade Backwaren um einiges attraktiver.

Leider sind viele käufliche Lebensmittelfarben nicht vegan und zudem noch mit Inhaltsstoffen versehen, deren Nutzen und Verträglichkeit man in Frage stellen sollte.
Ein Beispiel ist roter Farbstoff. Oft ist Karminrot (wird auch Echtes Karmin, E120 oder CI75470 genannt) enthalten. Dieser organische Farbstoff wird aus ausgekochten Schildläusen gewonnen. Ebenfalls problematisch sind so genannte Azofarbstoffe wie beispielsweise Azorubin (E122) oder Tartrazin (E102). Sie müssen speziell gekennzeichnet werden und können das Verhalten von Kindern beeinträchtigen.

Weil selbstgemacht ja eh immer schöner ist, hier also eine Anleitung für pflanzliche Lebensmittelfarbe:




 


 Rot(e Beete)

Rote Beete Saft erzeugt von einem leichte Rosé bis zu dunklem Rot ein großes Spektrum an Tönen. Bei der Dosierung sollte man allerdings nicht zu viel erwischen, weil sonst das Aroma beeinflusst werden könnte.
Ich habe eine verzehrfertige Knolle aus einer Vakuumpackung verwendet.
Den Saft aus der Packung habe ich ebenfalls benutzt, nur sollten vor der Weiterverarbeitung Stücke im Saft abgesiebt werden.

Die Knolle habe ich in einem hohen Gefäß mit einem Pürierstab zu einem feinen Brei zerkleinert.

  
Anschließend habe ich die pürierte Beete in Silikonförmchen portioniert.


Eine Knolle ergab 3 ½ Förmchen Püree. Die Silikonförmchen sind sehr klein, trotzdem wird eine Portion vermutlich viel zu viel für eine Anwendung sein. Die Größe veranschaulicht folgende Kuchengabel:


Es ist sehr wichtig, dass der Brei keine Stückchen mehr enthält, diese fallen unter ein Frosting gerührt vermutlich auf.
Generell sollte man um Frosting und Icing zu färben also eher auf flüssigen Farbstoff zurückgreifen.
Hier sieht man Saft und Püree nochmal im Vergleich:

Anschließend benutzen oder bis zur Verwendung einfrieren und portionsweise auftauen und verwenden.

Orange aus Karotten

Ein hübsches Orange kann man wunderbar aus Möhren herstellen. Von pastelligem Pfirsisch bis knallig Orange ist alles drin. Da Karotten sich gut in Backwaren machen, kann man ihr Aroma direkt mitnutzen, ansonsten lieber vorsichtig dosieren.
Als Erstes die Möhre klein raspeln. Für eine Portion reichte mir die kleinere Möhre auf dem obigen Foto.

Anschließend mit etwas Wasser ordentlich durchkochen.


Währenddessen wenn nötig Wasser hinzufügen um den Brei nicht zu trocken werden zu lassen.
Sobald sich die Möhre leicht zerdrücken lässt mit dem Pürierstab zu einem feinen Brei verarbeiten und in Förmchen füllen. 
Anschließend benutzen oder bis zur Verwendung einfrieren und portionsweise auftauen und verwenden.

 Grün aus Spinat

Mit Spinat kann man verblüffende Ergebnisse erzielen. Von einem hellen Lindgrün bis, naja, Spinatfarben kann man viele Grüntöne erreichen.
Keine Angst, den Spinat schmeckt man in der Regel später nicht raus.
Ich habe tiefgekühlten Blattspinat benutzt, den ich im Backofen aufgetaut und leicht erwärmt habe.
Danach stückchenfrei pürieren und in Förmchen portionieren.
Anschließend benutzen oder bis zur Verwendung einfrieren und portionsweise auftauen und verwenden.

 Pink aus Himbeeren

Mit Himbeeren kann man ebenfalls hübsche Farbtöne erzielen. Von Pastellrosa bis zu kräftigem Pink und allem, was dazwischen liegt.
Ich habe tiefgekühlte Himbeeren verwendet und diese im Backofen aufgetaut und leicht erwärmt.
Danach pürieren. Vor dem Portionieren unbedingt die Kerne aus dem Brei entfernen. Hierzu die Masse mit einem Löffel durch ein Sieb drücken.
Anschließend benutzen oder bis zur Verwendung einfrieren und portionsweise auftauen und verwenden.

Zum Verwenden einfach die gewünschte Menge Farbe in Teig, Frosting, Icing oder Ähnlichem einrühren. Hierbei am Besten nur sehr kleine Mengen nach und nach einarbeiten, damit es nicht aus Versehen zu intensiv wird.
Sobald die Farben vollständig gefroren sind, kann man sie aus den Förmchen lösen und luftdicht verschlossen im Eisfach lagern.
Auf diese Weise kann man die Farben auf Vorrat produzieren und sehr lange verwenden.


 

 Viel Spaß beim Ausprobieren!

2 Kommentare:

Karla Blumental hat gesagt…

What about gelb?

anna maria hat gesagt…

Stimmt, vergessen!
Für Gelb nimmt man entweder Kurkuma oder Safran, für Blau empfehle ich Blaubeeren.
Grüßlis

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